Gewisse Medien sprechen von der „Trust Machine“.

Was verbindet die DSM mit der Blockchain-Technologie? Im aktuellsten Interview unterhält sich Reto Gadient, Gründer der B.ACADEMY und Mitglied der Crypto Valley Association, mit Guido Wietlisbach. Nebst seinen Erfahrungen mit der DSM interessiert vor allem, weshalb Reto Gadient Parallelen zwischen der Blockchain und der DSM sieht.

Guido Wietlisbach: Reto Gadient, bei UBS Global Wealth Management vermarkteten Sie weltweit Investment Produkte und setzten dazu Produkt-Publikationen ein. Für wie viele Märkte und in wie vielen Sprachen wurden diese Unterlagen realisiert?

Reto Gadient: Neben dem Schweizer Markt, den wir in drei Sprachen bedienten, erstellten wir Sprachversionen für Kunden in Kontinentaleuropa, für die UK, für Mittelamerika, für Asien (China, Taiwan, Japan) und für den mittleren Osten (vier Länder).

Wie vielfältig und umfangreich waren die Variablen zwischen den einzelnen Versionen für die verschiedenen Märkte?

Wir setzten die Publikationen im Rahmen von Kundenveranstaltungen ein – und da war der Anspruch zur Individualisierung sehr hoch. Neben sprachlichen Unterschieden gab es auch starke inhaltliche Abweichungen: So musste zum Beispiel das Editorial auf den regionalen Repräsentanten der UBS zugeschnitten werden.

Zudem hatte sich die Auswahl der Finanzprodukte nach den geltenden Regeln des jeweiligen Marktes zu richten und musste mit den Verantwortlichen von Legal & Compliance abgestimmt werden. Teilweise ist es immer noch verboten, unaufgefordert über Finanzprodukte zu informieren.

Für das Verbessern der Formalqualität der Publikationen setzten Sie auch die DSM-Analyse von DSM-IKAO ein. Welchen konkreten Nutzen hat Ihnen die DSM ermöglicht?

Die DSM-Analyse ist eine echte Hilfe vor allem bei einem Projekt, bei dem viele Stakeholders – oder Köche – am Werk sind. Denn jeder Autor, ob Finanzanalyst oder Produktspezialist für Derivate, hat seinen eigenen Schreibstil und ist in der Regel davon überzeugt, diesen auch den Kunden zumuten zu können.

Die DSM hilft, den Fokus wieder auf den Empfänger zu richten. Sie bringt die teils harten Diskussionen um Text-Kürzungen und Inhalts-Gestaltung auf eine wohltuend sachliche Ebene. Das Schöne daran: Selbst Juristen von Legal und Compliance konnten nach einer DSM-Analyse überzeugt werden, ihren Text besser auf den Empfänger, den Kunden, auszurichten.

Wie sehen Sie die Grenzen der DSM für eine Aufgabe wie der Ihren? Bestimmt war das Deklinieren eines zentralen Konzept-Ansatzes auf die einzelnen Märkte eine besondere Herausforderung?

Die DSM ist ein geeignetes Hilfsmittel für mehr Objektivität in einem Bereich, der schwierig zu messen ist. Grenzen werden der DSM gesetzt vor allem in kulturell schwierigen oder sehr eigenständigen Märkten. Ein Faktor sind auch beschränkte Zeitverhältnisse: Gerade beim Investment Research ist die beinahe tagesaktuelle Kommunikation entscheidend.

Reto Gadient, gestatten Sie mir zu Ihrem letzten Punkt eine Anmerkung: Die für die Analyse benötigte Zeit kann mit dem neuen DSM-Impact-Check, der anhand eines Ampelsystems auswertet und bei den Kommentaren weniger in die Tiefe geht, deutlich reduziert werden. Doch zurück zur nächsten Frage.

Bei einer DSM-Optimizer-Analyse erhalten Sie ja ein Resultate-Protokoll zu mehr als 200 objektiven Messpunkten Ihres getesteten Werbemittels. Zudem umfasst die DSM-Optimizer-Analyse auch detaillierte Vorschläge der DSM-Medienexperten, wie Sie das Potential Ihrer Konzeption in der Umsetzung besser ausschöpfen können. Wie nutzbar waren diese Kommentare für Ihre Situation mit vielen marktspezifischen Unterschieden?

Eine fachgerechte Interpretation der Analyseergebnisse durch einen DSM-Experten erleichtert nicht nur die Überzeugungsarbeit, sondern gibt auch Impulse für alternative Kommunikationsformen, die man bis dato zu wenig im Fokus hatte. Dies kann dazu führen, dass zum Beispiel eine mehrdimensionale Grafik durch eine Videoanimation ersetzt wird oder ein Thema in Interviewform statt als langweiliger Fach-Artikel daherkommt.

Heute beschäftigen Sie sich als Inhaber der B.ACADEMY GmbH mit den Möglichkeiten, welche die Blockchain-Technologie innovativen Unternehmen zum Erschliessen neuer Märkte bietet. Diese erlaubt es ja, den Intermediär zu umgehen, dem man im traditionellen Business-Prozess eine vertrauensvolle Rolle einräumt. Was hat Sie dazu bewogen, der DSM das Vertrauen zu geben für das Optimieren Ihrer Werbemittel?

Die Objektivität. Die Blockchain Technologie ist eine dezentrale Infrastruktur, welche in erster Linie als sicheres, objektives Register für die Transaktion von Werten von peer-to-peer dient. Gewisse Medien sprechen auch vielsagend von der „Trust Machine“. Bei der DSM ist es die Tatsache, dass die wissenschaftlich definierten Einzelfaktoren, welche systemisch ausgemessen werden, ebenfalls ohne Subjektivität zu einem 100 Prozent belastbaren Ergebnis kommen.

Bei der Kommunikation stellen sich ganz andere, komplexere Fragen. Umso wichtiger ist ein sorgfältiger und professioneller Umgang bei der Erstellung und Verbreitung relevanter Inhalte, die vom Zielpublikum mit grösserer Wahrscheinlichkeit gelesen werden. Dies umso mehr, als der Kampf um Aufmerksamkeit des Lesers sehr gross ist. Und dieser wird sich in Zukunft eher noch verschärfen.

Reto Gadient, herzlichen Dank für dieses Interview und die wertvollen Rückmeldungen zu den Vorteilen und Grenzen der DSM Dialog-Struktur-Messung.

 

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